Punk vs. Hardcore vs. Oi!

Wenn die Leute von Parallelgesellschaften reden, muss ich immer zurück blicken in meine eigene Vergangenheit. Dabei fällt doch recht schnell auf, dass mit jungen Jahren, es muss in den Teenagerzeiten gewesen sein, auch ich meine Brücken zur normalen Gesellschaft abbrach. Ich baute mir meine eigenene Welt auf und teilte diese mit anderen verrückten Jugendlichen, die sich genauso ausgestoßen fühlten wie ich selber. Unser Hauptaugenmerk lag dabei oft auf Sachen die in unseren Augen schief liefen und unser treibender Keil dabei war stets laute schräge 3 Akkorde Musik, wobei wir auf alle Regeln und Gesetze aus Prinzip schissen. Wir verbrannten uns dabei nicht selten die Finger und gingen so manchen schlechten Pakt mit dem Teufel ein. Es fühlte sich verdammt gut an und die große Freiheit schrie förmlich aus uns heraus. Es gab nichts und niemand was uns dabei stoppen konnte und die große weite Welt war unser Spielplatz dabei. Der Blick in den Himmel und der Griff nach den Sternen trieb uns immer weiter voran, während die Jahre so an uns vorbei zogen. Nicht selten versorgten wir dabei unsere Eltern mit grauen Haaren und schlaflosen Nächten. Doch die eigenen Reihen dünnten sich immer mehr über die Jahre aus und man fühlte sich oft allein gelassen und missverstanden. Aber Jahre später schloß sich dennoch unser Kreis aus genauso Verrückten, verteilt in der ganzen Welt. Wir schauen nicht selten genau da hin und solidarisieren uns, wo die Gesellschaft wegschaute. Das erste was wir dabei lernten, war nicht alles blind zu glauben und zu konsumieren, was Sie uns vorsetzten und es stets immer wieder auf’s Neue zu hinterfragen. Unser Leben und Alltag beschäftigt sich mit Dingen, für die in der normalen Welt kein Platz ist. Dabei stand stets an erster Stelle  die Musik, die nicht nur unter die Haut ging, sondern sich tief in unsere Seelen einbrannt hatte. Oft kam die Einsicht viel zu spät, doch manch einer erkannte es dennoch, dass die Drogen und der Alkohol nicht die besagte Freiheit in uns war, sondern wir selber und unsere eigene geschlosse Gesellschaft von gebranntmarkten Kindern. Nenne es Punk, nenne es Oi!, nenne es Hardcore, oder wie auch immer, denn egal welchen Namen du es Ihm gibts, es trägt auch deine Unterschrift.