LORD JAMES „ONLY GOOD FOR BOOZING”: KREMSERFAHRT ÜBER DEN TRESEN!

Aber jetzt! Soviel ist sicher: Wenn das neue LORD JAMES-Album nicht wie einst die sprichwörtliche (Vinyl)-Bombe auf dem Sportplatz Unna-West/Ortsteil A einschlägt, gibt es keine verdammte Gerechtigkeit mehr in der Punk Rock-Welt.

Was ein klarer Fall für den Untersten Gerichtshof wäre: Richter Roland Barnabas Gnadenlos müßte ein SCHULDIG schmettern und die störrische Gemeinde zur Ohrendoktor-Visite bzw. zur Geschmacksnachkontrolle verdonnern. Verdient ist verdient.

Auch wenn fast alle Bands das altbekannte „Neue-Album-ist das Beste“-Mantra faseln, auf „Only good for boozing“ trifft das zu. Würden LORD JAMES natürlich nie sagen, dafür sind sie zu bescheiden. Deshalb sagen wir es.

Wir gehen in der Diskographie etwas zurück, landen im Jahr 2012 mitten auf der Debüt 7“:

“Lausitzer Punk Rock-Kapelle mit starken Sympathien für U.S. Streetpunk’n’Roll, 5 englischsprachige Kneipengesänge mit mächtigen Chören der Schnittmenge U.S. Bombs/Bonecrusher/Generators. Die Jungs selbst sehen sich so: “Gelunze aus Cottbus-Kiez mit ‘nem ordentlichen Ding an der Batterie für Hartmacher!” (Bandinfo).

Produziert hatte damals Tom Schwoll, der einst die ZERSTÖRTE JUGEND mit seinen Soli zerstörte und dafür mit DIE SKEPTIKER und EXTRABREIT bestraft wurde. Das nur am Rande.

Kleiner Sprung nach 2016, das erste LORD JAMES-Album was born: „Melodisch, griffig, eingängig. Prädikat: Cool! Der zweite Sänger erfrischt mit glockenhell-melodischen Vocals, Frontmann Andre variiert von brummig-grimmig bis rauchig-zart. 11 Songs mit englischem Text, im deutschsprachigen „Deutschpunk“ parodiert man das gleichnamige Genre“.

Jetzt also “Only good for boozing“. Erster Eindruck: Eindeutig mehr Punk Rock Bang als Greentea Peng. Die Richtung wurde beibehalten, die Vielfalt erweitert. Ohne auszufransen oder zu verstören. Keine E-Beats, keine Flöten, kein Schnickschnack.

Wir orientieren uns am Titel, reisen kurz durch das Tracklisting aka Bar-Schrank und ordnen einigen Songs passende Spirituosen und Interpreten zu:

„The candle“:

Der Chef-Song. König unter Königen. Diesen Song wollte wohl gefühlt jede deutsche Streetpunk-Combo schreiben. Und ist daran gescheitert. Gefühl und Härte im richtigen Verhältnis. Mein lieber Herr Gesangverein, diese Nummer ist nichts für Feiglinge. Startet als schwermütiger Grübler im Absinth-Modus, treibt die Träne in den Augenwinkel, die Hand geht zum Herzen. Dann greift Johnny an: Fegt die dunklen Wolken weg, bläst zur Attacke. Gin Tonic-Dynamik. Diese Wechselwirkung erhebt „The Candle“ wie Phoenix aus der Asche, die Kerze brennt tatsächlich an zwei Enden. Schwere Gefühle mit festem Schuhwerk getanzt, würde in Ballerinas komplett lächerlich klingen. Für solche Songs braucht man Eier in der Hose, da hilft Pomade im Haar nicht wirklich. Das ist so sicher wie das „Amen!“ auf der Rennbahn.

„Going strong”:

Der Opener. Erhöhtes Tempo, große Singalongs, strammer Beat. Nimmt ordentlich Fahrt auf, klopft den Staub aus Couch und Nietenhose. Frühlingsgefühle! Gefühlsrichtung: Bier. Schön gekühlt und in amtlicher Portionierung.

„Where is the man“:

Grimmiger Midtempo Bouncer mit brisantem SLAPSHOT-Flavour. Es wird geknurrt und hinterfragt, Gefühlsrichtung: JAMESON. Als Shot(s). Oder ein Crop Number One, geschnitten von Choke.

„Kleinstadtsommer“:

Die einzige deutschsprachige Nummer auf dem Album. Leichtfüßiger Sommer/Freibad-Song, locker-flockig mit fröhlichem Rock’n’Roll-Vibes und bissigem Text unterlegt. Perfekter Soundtrack zum Verzehr eines Hektoliters Caipirinha. Gekonnte Seitenhiebe in Richtung Berlin und Düsseldorf inklusive, First Class BROILERS-Parodie im Vorbeigang.

„21st Century“ :

Startet mit düster-dunklem Surf-Instro, explodiert dann als AF-Kracher, Roger Miret bellt den Refrain. Könnte man zumindest glauben. Singalongs für die Ewigkeit! Ein schwerer Abräumer, für zwischendurch bläst alle Rohre frei. Thema: Kalter Abriß. Gefühlsrichtung: Wodka.

„Vanlife“:

Greift das „Touring is never boring”-Thema der RAMONES auf und liefert fast nebenbei einen satten Outlaw-Rocker für alle Bundesstrassen und Abzweigungen dieser Welt. Wie ihn SOCIAL DISTORTION leider nie wieder schreiben werden. Gefühlsrichtung: Bourbon. Natürlich nicht für den Fahrer.

„Our little group“: Die Bandhymne. Der letzte Drink auf der Platte. Beschließt in bester SOCIAL D/BRUISERS-Manier. “Until the end“. Jetzt schnell noch 3-4 FIREBALL-Shots zum Abschied.

Fazit: LORD JAMES sorgen für ein hochprozentiges (Punk Rock)-Rauschvergnügen, “Only good for boozing“ hält ein Versprechen, was nie gegeben wurde.

Insgesamt lauern 11 Getränke auf dem Album, welches demnächst erscheinen soll. Aktuell wird wohl mal wieder im Presswerk gebummelt.

Live gibt es LORD JAMES u.a. demnächst auf diesem Event:

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