DER UNBEKANNTE KÜNSTLER: SIGGI ANTE PORTAS!

Thomas Lockenkopf betätigt sich heute in der lokalen Künstler-Förderung, legt euch heute den „wohl unbekanntestes und unauffälligsten Künstler aus Eisenhüttenstadt“ ans Herz:

“Das Ventil des Alltages, wie lasse ich es heraus? Der eine von uns macht in diesen Tagen mehr Sport als gewöhnlich und ruht dadurch weiterhin in sich selbst und mag ausgeglichen zu sein. Der andere Sitz mehr im Proberaum, schreibt neue Songs und träumt davon bald wieder auf der großen Bühne vor großem Publikum zu stehen. Andere schreiben gerade komplette neue Bücher oder es kommt so manch neues Fanzines ans Tageslicht. 

Der Punkt ist es dabei, weiterhin aktiv zu bleiben. Sich nicht der Stagnation und dem doch monotonen nie endenden Alltag hinzugeben. Ein Zeichen zu setzen! Leuten damit vielleicht auch Mut und Lebenskraft zu spenden. Oder eben auch zu verarbeiten was man erlebt hat, was schief gelaufen ist im Leben oder besser angepackt werden muss.

So schreibt Wikipedia z.B. über die Künstler: ‘Welche Werke und Künstler am Kunstmarkt begehrt sind, hängt von vielen Faktoren ab. Nicht immer sind allein künstlerische und kunsthistorische Qualitäten ausschlaggebend. Die mediale Darstellung des Künstlers und seiner Kunst können die Wertschätzung stark beeinflussen. Deshalb arbeiten Künstler oft im Verbund mit professionellen Vermittlern, wie Kunsthändlern, Galeristen und Kulturmanagern. Der Name eines Künstlers kann in solchen Vermarktungszusammenhängen zur Handelsmarke werden und seine mediale Präsenz zu Kapital. Die Orientierung an bekannten Künstlernamen und ihre ständige Erwähnung (engl.: namedropping) gehört daher zu den Eigenheiten des Kunstbetriebs, ähnlich dem Starkult in der Musik. Dagegen steht das Ideal, sich als Betrachter unvoreingenommen auf Kunstwerke einzulassen und von ihrer Qualität ausgehend eine Künstlerin oder einen Künstler zu entdecken.’

Doch ist es genau das was wir doch so sehr in der DIY Ethik und unserem subkulturellen Umfeld ablehnen. Unser bejaender Leitspruch war es stets…mach selbst, gib nichts aus den Händen, sei Teil eines Ganzen, bleib aktiv. Und so ist auch besonders durch das Fenomen Banksy die Streetart populär geworden. Eine Art Kunst, die oft mit den sozialkritischen Einhergeht und der Doppelmoral unserer Gesellschaft den Spiegel vor den Augen hält. Oft im öffentlichen Raum präsent, so dass niemand mehr wegschauen kann. Doch ist der öffentliche Raum im Jahr 2020 sehr eingeengt und eingeschränkt gewesen.

Aber was machst du im solchen einen Moment, wenn so einen Banksy in deinen eigenen Reihen entdeckst und er dort Seelenruhig herumsitzt? Sich der Selbstdarstellung im Social Media Bereich versperrt und in seinem stillen Kammerlei verbannt (auch Atelier genannt) sitzt, und sich den Frust von der Seele sprüht und malt. 

So wie der wohl unbekannteste und unauffälligste Künstler aus Eisenhüttenstadt alias Siggi. 

Ist seine Sozialisierung der Hip Hop und Punk der frühen 80er und 90er Jahre gewesen. Sein Traumata die lokale Fehlpolitik der letzten 30 Jahre und der stupide gleichgeschaltete, graue immer noch schlummernde (sozialistisch-komministisch) Arbeiter, der Roboterartig seine Befehle weiterhin entgegen nimmt ohne sie zu hinterfragen und sich lieber einem diktatorischen Leben hinsehnt, in dem er sich seiner eigenen Verantwortung der der allgemeinen Gesellschaft und sich selber lieber entziehen kann. 

Einen solchen Künstler wie Siggi als aktives Mitglied im Steelbruch Kollektiv zu haben ist ein Segen und ein Fluch zu gleich. Ein Segen in der Hinsicht, solch ein kreatives Umfeld zu haben und ein Fluch, ihm nicht die nötige Plattform im öffentlichen Raum bieten zu können um auf ihn aufmerksam zu machen und einen Diskurs und Debatte mit der breiten Gesellschaft einzugehen. 

Ein Plan gibt es aber schon. Eine Ausstellung von Siggi und seinen Werken im Steelbruch. Viele hängen schon hinter verschlossenen Türen über der Couch. Verschönern einige T-Shirts oder Schallplattencover. Zieren als Tattoo so manches Körperteil oder warten eben drauf, auf den richtigen Besitzer zu treffen, der vermag mehr da drin zu sehen.

So ist es die Kunst selber, die größeres mit dem Werk vor hat als der Künstler einst selber in ihr als Energie und Interpretation rein gab.

Also, haltet die Augen nach Siggi auf. Immer im Kontext zusammen mit dem Steelbruch und Eisenhüttenstadt. Vielleicht haltet ihr schon gerade einen in der Hand?“

Appetit bekommen, Interesse geweckt? Siggis Meisterwerke gibt es HIER und HIER

 

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